Der Durchgang Des Menschen Durch Die Todespforte - Eine Lebenswandlung
Sehen wir uns nun einmal die Sache genauer an. Wenn jemand heute bewußt eine Initiation durchmacht — nun, dazu gibt es Regeln. Die Anfangsgründe stehen ja in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Es gibt Regeln, durch die man sich allmählich hinaufarbeiten kann. Von solch einer bewußten Initiation konnte natürlich bei der Jungfrau von Orleans nicht die Rede sein. Aber es mußte ein Geist, der sonst nicht mit der menschlichen Seele vereint ist, in dieser menschlichen Seele Platz greifen, diese menschliche Seele durchsetzen. Dazu mußten besonders günstige Umstände eintreten. Es kann ja nicht immer ein Geist höherer Sphären in Seelen eingreifen, die dazu befähigt sind. Es müssen besonders günstige Umstände eintreten, damit eine menschliche Einzelseele ohne Initiation, ohne bewußtes Arbeiten an sich selbst, in Zusammenhang mit höheren Welten kommt. Besonders günstige Umstände liegen vor in der Zeit, wenn gewissermaßen der Erdgeist besonders aufwacht: in der Zeit vom 25. Dezember bis 6. Januar. Wenn im Sommer die Sonne am höchsten steht, wenn die physische Wärme der Erde am meisten zustrahlt, dann sind die Bedingungen für die Initiation am schlechtesten, weil da der Geist der Erde schläft. Der Geist der Erde ist am wachsten in der Winterfinsternis, bei der Wintersonnenwende.
Cite:
GA 159/1915-02-19/p037 · edition original