Das intime Element der mitteleuropäischen Kultur und das mitteleuropäische Streben
Das also finden wir im Westen als den einen Teil des Stromes, der Mitteleuropa einkreiste. Und wenn wir nach dem Osten herübergehen, so müssen wir sagen: Da haben wir es zu tun mit einer Sehnsucht, die gerade das Entgegengesetzte darbietet, mit der Sehnsucht, heute alles noch in einem Nebel von Unklarheiten verschwinden zu lassen, in einer primitiven, elementaren Mystik, in etwas, was nicht verträgt das unmittelbar wirkliche Aussprechen in klaren Ideen und klaren Worten. Wir haben tatsächlich zwei Schlangen — das Symbolum ist absolut zutreffend -, die sich, die eine von Norden nach Südosten, die andere von Norden nach Südwesten erstrecken und die sich gegen Konstantinopel hin ineinander verfangen. Und inmitten haben wir eingeschlossen, was wir die intime mitteleuropäische Geistesströmung nennen können, diese mitteleuropäische Geistesströmung, bei der niemals, wo sie in ihrer Ureigentümlichkeit auftritt, getrennt sein kann der Kopf von dem Herzen, getrennt sein kann das Denken von dem Fühlen.
Cite:
GA 159/1915-03-07/p010 · edition original