{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-03-07/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die mitteleuropäische Bevölkerung ist durchgegangen durch eine Volksseelenkraft, die immer eine verjüngende war. Sie hat eine Höhe erreicht in den Idealen der Lessing, Schelling, Hegel, Fichte, Goethe, Grimm. Aber all das, was da schon lebte, lebte mehr in einem Streben nach Idealismus. Das muß nun weiteres Leben gewinnen, konkreteres Leben gewinnen. Die tiefen Ideen des deutschen Idealismus müssen Inhalt bekommen durch das, was aus dem Spirituellen kommen kann, und wodurch sie erst aus bloßen Ideen zu lebendigen Wesen der geistigen Welt erhoben werden, durch die wir dann uns selbst in diese geistige Welt hineinfinden können. Die Größe der mitteleuropäischen Aufgabe ist es, die jetzt deutsche Herzen beseelen muß, und das Bewußtsein davon, was zu verteidigen ist nach allen Seiten hin, nach den Seiten hin, wo die Midgardschlange den Kreis fest umschlossen hält. Es ziemt insbesondere uns, die wir auf dem Boden der Geisteswissenschaft stehen, in einem solch höheren Sinne das zu betrachten, was heute sich wirklich vollzieht. Und wir können auch den innersten Impuls unserer Geisteswissenschaft nicht ernst genug nehmen, wenn wir uns nicht hineinfinden in eine solch unpersönliche Auffassung des geisteswissenschaftlichen Strebens, wenn wir nicht fühlen, wie dieses geisteswissenschaftliche Streben in jedem einzelnen verbunden ist mit dem gesamten mitteleuropäischen Streben, wie es verbunden sein muß mit der ganzen Substantialität dieses mitteleuropäischen Strebens. Wir müssen uns klar sein darüber, daß manches von dem, was uns vorschweben muß, erst noch im Keim vorhanden ist, daß aber gerade die mitteleuropäische Kultur dazu berufen ist, die Keime zu Blüten und zu Früchten sich entfalten zu lassen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das intime Element der mitteleuropäischen Kultur und das mitteleuropäische Streben","site_heading":null,"date":"1915-03-07","location":null,"word_count":253,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-03-07/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-03-07/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-03-07/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}