{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-03-07/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich habe Ihnen gezeigt, wie sich beste Geister des 19. Jahrhunderts heute noch fürchten, das in ihr Bewußtsein hineinzubekommen, was die Seele in ihren Tiefen hat; nur kann sie von ihren irdischen Seelenkräften aus die Aufmerksamkeit noch nicht darauf verwenden. Jenes Denken ist ja da, in welches hineinreichen die übersinnlichen Kräfte und übersinnlichen Wesenheiten, und dieses Denken öffnet sich auch sogleich, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Die Materialisten fürchten sich davor, sich zu gestehen, daß das menschliche Bewußtsein also erweitert werden könne, daß wirklich die Schranke zwischen dem physischen und dem geistigen Erleben fallen kann, zwischen dem, was diesseits des Todes und jenseits des Todes liegt. Und weil sie sich fürchten, lehnen sie es ab als phantastisch, träumerhaft, ja sogar als seelenkrank. Aber erkennen wird man, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes geschritten ist, nur die Kräfte entwickelt, die er auch jetzt schon hat zwischen Geburt und Tod. Nur wirken sie in solchen Tiefen, daß er sie selber nicht schaut. Sie bewirken Dinge in ihm, die zwar getan werden in ihm, aber auf die im gewöhnlichen Leben die Aufmerksamkeit nicht gelenkt wird. Mit den Kräften, von denen der Mensch weiß, mit diesen Kräften des Denkens, Fühlens und Wollens allein könnte das physisch-irdische Leben nicht verrichtet werden. Wenn der Mensch nur denken, fühlen und wollen könnte, so wie er es jetzt kann, würde er niemals imstande sein, seinen Leib zum Beispiel plastisch so auszubilden, daß das Gehirn zu seinen Anlagen paßte. Dazu mußten plastisch bildende Kräfte eingreifen. Die gehören aber schon zu dem, was die Seele gar nicht mehr wahrnimmt im physischen Erleben, was einem umfassenderen Bewußtsein angehört als dem Kreisausschnitt des Bewußtseins, den wir im gewöhnlichen Leben haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das intime Element der mitteleuropäischen Kultur und das mitteleuropäische Streben","site_heading":null,"date":"1915-03-07","location":null,"word_count":287,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-03-07/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-03-07/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-03-07/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}