Das intime Element der mitteleuropäischen Kultur und das mitteleuropäische Streben

GA 159/1915-03-07/p032 ·1915-03-07 · original (original)
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Vor kurzem haben wir vom physischen Plane eine liebe Freundin verloren, und es war meine Aufgabe, bei der Einäscherung Worte zu sprechen für die durch die Pforte des Todes hindurchgegangene Seele. Da war es so, daß es sich mir durch die in einem solchen Falle deutlich genug sprechenden Impulse der geistigen Welt wie von selbst als eine Notwendigkeit ergab, die Seeleneigentümlichkeit dieser befreundeten Seele zu charakterisieren. Wir standen also — es war in Zürich - vor der Einäscherung eines lieben Mitgliedes unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung. Wirklich, ohne daß ich es gewollt habe, ist mir in der damals etwas längeren Zeit, die zwischen dem Eintritt des Todes an einem Mittwochabend und der Einäscherung am Montag früh verflossen war - es ist begreiflich, daß die Rückschau durch den Ätherleib schon aufgehört hatte -, aus der geistigen Welt heraus die Notwendigkeit gekommen, zu beginnen und zu schließen die Worte, die ich am Sarge zu sprechen hatte, mit Worten, welche charakterisieren sollten das innere Wesen dieser Seele. Dieses innere Wesen der in der Lebensmitte dahingegangenen Freundin war wirklich so, daß man sich in dieses Wesen vertiefen mußte und durch Identifizierung mit demselben es innerlich geistig schaffen, das heißt also, das Denken untertauchen lassen mußte in die Seele der Verstorbenen und dasjenige, was in der Seele der Verstorbenen webte, in die eigenen Gedanken hineinHießen lassen. Dann bekam man die Möglichkeit, gleichsam im Hinblick auf diese Seele zu sagen, wie die Seele war im Leben und wie sie jetzt nach dem Tode noch ist. Und es hat sich von selbst ergeben, das in die folgenden Worte einzukleiden. Ich mußte am Beginn und am Schluß der Einäscherung die folgenden Worte sagen:

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