{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-03-13/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Geisteswissenschaft vor allen Dingen eine Art Lebenskraft für unsere Seelen sein will, und dies auch sein kann, so muß diese Geisteswissenschaft sich auf der andern Seite auch mächtig und geeignet erweisen, in solchen Zeiten, in denen sich so viel vorbereitet, die so bedeutsam sind wie die unsrigen, den geistigen Blick der Seelen, die sich der Geisteswissenschaft ergeben, zu erweitern. Dadurch wird dasjenige, was geschieht, in einem etwas weiteren Licht gesehen, als der durch den Materialismus beengte Blick der andern Zeitgenossen es vielfach heute noch kann. Man hat sehen können in dem, was durch die Jahre her innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung gepflegt worden ist, daß eines der Ziele auch darin bestanden hat, die Empfindungsart der Seele zu erweitern, so daß der Mensch von dem bloßen Denken über sein engeres Selbst und über dasjenige, was dieses engere Selbst umgibt, loskommt und wirklich ein wenig hinzuschauen vermag auf die großen Impulse, die großen Kräfteäußerungen, die durch die ganze Entwickelung der Erdenmenschheit gehen. Und wenn wir uns so bemüht haben, gewissermaßen die Spannkraft unserer Gefühle und Empfindungen zu erweitern, so müssen wir auch die Kräfte, die wir durch die Geisteswissenschaft gewonnen haben, geeignet machen können, gerade in solchen Zeiten, die auf der einen Seite so tief schmerzlich heranbranden an die Seele mit ihren Wogen, auf der andern Seite aber diese Seele erheben zu ganz besonderer Höhe, weil sie so Bedeutungsvolles in ihrem Schoße bergen, wir müssen in solchen Zeiten schon in die Lage kommen können, ein wenig mit dem zu gehen, was nicht so äußerlich sichtbar ist in den Ereignissen, was der gewöhnliche Verstand in diesen Ereignissen nicht zu schauen vermag. Wir müssen uns namentlich die Frage aufwerfen können: Bedeutet dasjenige, was als so furchtbare Kriegsfackel entzündet über unseren Häuptern brennt, bedeutet das etwas von prophetischer Art für die ganze Erdenentwickelung?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Eingreifen des Christus-Impulses in das geschichtliche Geschehen - Die Überbrückung der Kluft zwischen Lebenden und Toten","site_heading":null,"date":"1915-03-13","location":null,"word_count":298,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-03-13/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-03-13/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-03-13/p003","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}