Das Eingreifen des Christus-Impulses in das geschichtliche Geschehen - Die Überbrückung der Kluft zwischen Lebenden und Toten

GA 159/1915-03-13/p017 ·1915-03-13 · original (original)
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Eine liebe anthroposophische Freundin starb nach einem Leben, das ihr manche Prüfung gebracht hatte, vor Wochen in Zürich, und das Karma unserer Bewegung brachte es mit sich, daß ich bei der Einäscherung zu sprechen hatte. Die Zeit bis zur Einäscherung vom Tode ab dauerte vom Mittwoch abends sechs Uhr, wo der Tod eintrat, bis Montag früh um elf Uhr. Also eine etwas längere Zeit als gewöhnlich. Dadurch war die Abtrennung der Individualität von dem Ätherleib, während die Einäscherung geschah, schon geschehen. Nun war das Eigentümliche, daß in der Zeit, in welcher die Seele sich in den Tagen zwischen dem Eintreten des Todes und der Einäscherung schon vom Ätherleib losgetrennt hatte, die Notwendigkeit an mich herantrat: Du mußt vor der Einäscherungsrede und nachher, gewisse Worte sprechen. Wie diese Worte geprägt waren, damit hatte dasjenige, was eigenes Können, eigenes Wortprägen tut, wirklich recht wenig zu tun, sondern es ergab sich durch die Identifikation mit der Seele der Persönlichkeit, die durch die Pforte des Todes gegangen war, die Notwendigkeit, diese Seele zu charakterisieren, aber so zu charakterisieren, daß die Charakteristik gegeben war wie eine Eingebung, wie eine Erleuchtung, die von der Seele selbst kam. Die Seele sagte gleichsam: Präge Worte, durch die dasjenige in tönenden Worten erscheint, was meine Seele charakterisiert. - Aber es war in der Seele noch Unbewußtheit. Nicht bewußt rührten die Worte von der Seele her, sondern sie rührten von dem Wesen dieser Seele her. Ich mußte sie charakterisieren, wie sie sich nicht in egoistischer Weise selbst bespiegeln wollte, sondern wie sie sich erschien, wenn eine andere Seele sie betrachtete. Und für diese andere Seele ergab sich die Notwendigkeit bis in die Prägung der einzelnen Worte hinein, am Anfang desjenigen, was man eine Leichenrede nennen könnte, das Folgende zu sprechen. Wie in Anrede an die Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen war, mußten die folgenden Worte gesprochen werden:

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