Das Eingreifen des Christus-Impulses in das geschichtliche Geschehen - Die Überbrückung der Kluft zwischen Lebenden und Toten
Es kommt wirklich nicht allein darauf an, daß wir Begriffe, Ideen und Vorstellungen über die geistigen Welten aufnehmen, sondern darauf, daß wir uns in einem bestimmten Leben in eine bestimmte Lebensart hineinleben als Mensch, indem wir als Menschen der fünften nachatlantischen Kulturperiode der sechsten und siebenten Kulturperiode entgegengehen. Es kommt darauf an, daß real überbrückt werde der Abgrund, der die Lebenden von den sogenannten Toten trennt, daß die Menschheit immer mehr und mehr eins wird, nicht nur insofern sie im Leibe inkarniert ist, sondern auch insofern sie diejenigen Formen des Daseins angenommen hat, die der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt durchlebt. Nicht etwa dies bloß der Menschheit zu bringen, ist die Geisteswissenschaft da, sondern für das Leben, das die Erde braucht für den Rest dieser nachatlantischen Entwickelung, ist die Geisteswissenschaft der erste, ich möchte sagen, noch stammelnde Versuch, denn, was in der Geisteswissenschaft gegeben werden kann, ist ja im Grunde genommen jetzt noch ein Stammeln nur gegenüber dem, was zukünftige Menschheitsgeschlechter an Geisteswissenschaft erleben werden.
Cite:
GA 159/1915-03-13/p030 · edition original