Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode
So möchte ich denn ausgehen von einigen Tatsachen der imaginativen Wahrnehmung über die menschliche Natur überhaupt. Wir beobachten täglich, daß ein rätselvolles Ereignis, wenigstens ein für die äußere Wissenschaft rätselvolles Ereignis, rhythmisch abwechselnd in unser Leben eingreift: das Wachen und das Schlafen. Wir wissen längst, daß wir im Wachzustand der physischen Erdenwelt angehören mit unseren vier Menschengliedern, dem physischen Leib, dem Ätherleib, Astralleib und Ich. Wir wissen, daß wir im Schlafzustand, also vom Einschlafen bis zum Aufwachen, in der physischen Welt nur mit unserem physischen Leibe und unserem ätherischen Leib sind, daß wir uns gewissermaßen zurückziehen in die rein geistige Welt mit unserem astralischen Leibe und Ich. Was sich nun der geistigen Anschauung des Geistesforschers darbietet, können wir so charakterisieren, daß wir sagen: Der Geistesforscher sieht dasjenige an, was sich zum Beispiel immerfort mit dem Menschen vollzieht, wenn er mit dem Einschlafen seinen physischen und seinen ätherischen Leib verläßt und sich in die Region der höheren Welt mit seinem Astralleibe und dem Ich begibt. Was da mit dem Menschen — mit jedem Menschen bei jedem Einschlafen - geschieht, dem schaut der Geistesforscher einfach zu. So daß wir sagen können: Der Geistesforscher beobachtet nur dasjenige, was sich jeder Menschenseele darbieten würde, wenn sie nicht im Traumzustand, sondern im völligen Schlafzustand auf die Welt so hinunterschauen könnte, daß sie unter den Dingen der Welt ihren physischen und Ätherleib als etwas fände, was außerhalb ihrer, also der schlafenden Seele ist.
Cite:
GA 159/1915-05-07/p004 · edition original