Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode
Nun dürfen wir uns nicht vorstellen, daß wir dann etwa dasjenige, was wir da verlassen haben und worin wir unseren physischen Leib und Ätherleib zurückgelassen haben, von dem Gesichtspunkte des Schlafes aus so sehen, wie wir mit unseren physischen Augen das sehen, was uns in der physischen Welt umgibt. Damit wir dasjenige, was uns umgibt, so sehen, wie wir es eben vom Aufwachen bis zum Einschlafen sehen, dazu ist notwendig, daß wir uns unserer physischen Augen, unserer physischen Sinnesorgane bedienen. Dieser bedienen wir uns nicht, wenn wir außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes sind. Würden wir plötzlich hellsehend im Schlafzustand, so würden wir alle von dem, was wir während des Wachens sehen, so wie es während des Wachens ist, eben nichts wahrnehmen. Auch unseren physischen Leib und Ätherleib nehmen wir da nicht etwa so wahr, wie wir den physischen Leib wahrnehmen, wenn wir in einen Spiegel hineinschauen. Das ist ganz falsch, wenn man glaubt, daß man den physischen Leib und den Ätherleib gleichsam so ansieht, als wenn man sich mit seinem astralischen Leibe und dem Ich über den physischen und Ätherleib beugen würde. Das ist nicht der Fall. Dasjenige, was sich der imaginativen Erkenntnis — also halten wir das fest: der imaginativen Erkenntnis — darbietet, das ist, daß uns zuletzt verschwindet, wirklich für den Augenblick verschwindet alles dasjenige, was wir gewohnt sind, im Wachzustande zu sehen. Auch indem wir unseren physischen Leib und Ätherleib sehen, sind diese nicht so, wie sie im Wachzustande sind, sondern wirklich erscheint uns unser physischer Leib und Ätherleib wie zu einer Welt erweitert; sie erscheinen uns wie mit der ganzen Erdenwelt zusammenhängend. Wir schauen hin; das haben wir im Bewußtsein, daß wir auf physischen Leib und Ätherleib hinschauen. Aber wir schauen sie so, daß sie zunächst für uns gewissermaßen die einzige Welt sind. So wie wir im Wachzustande Berge, Flüsse und Wolken, Sonne und Sterne und so weiter um uns herum haben und auf sie als auf unsere Umgebung hinschauen, so schauen wir, indem wir auf unsere Umgebung hinschauen, wenn wir außerhalb unseres physischen und Ätherleibes sind, diesen unseren physischen Leib und den Ätherleib wie zu einer Welt erweitert. Gar nichts anderes schauen wir an. Das schauen wir so an, wie wir sonst die verschiedenen Dinge unserer Erde anschauen. Wir schauen hin auf unsere eigene Leiblichkeit wie auf eine ganze Welt.
Cite:
GA 159/1915-05-07/p005 · edition original