Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode
Und wie erleben wir für diese unsere imaginative Erkenntnis das Wiedererwachen? Indem wir uns allmählich zum Aufwachen anzuschicken haben, erleben wir das wirklich so, wie wir in der äußeren Natur - wir können die Imagination wieder mit der äußeren Natur vergleichen — das Hereinziehen des Winters erleben mit alledem, was er an Zerstörendem, Lähmendem und Vernichtendem für das sprossende und sprießende Sommerleben hat. Und so wie der Winter über die Erde den Frost und die Kälte bringt und die Zerstörung dessen, was Sommerherrlichkeit ist, tauchen wir selber in den physischen Leib und Ätherleib ein. Was an Kräften wirklich wie eine Vegetation, sogar wie eine Tierwelt aus der elementarischen Welt des Kosmos in unseren physischen Leib und Ätherleib eingezogen ist, dem bereiten wir mit dem Aufwachen den Untergang, wie der Winter den Untergang der Sommerherrlichkeit bereitet. Und während wir wachend sind, versetzen wir wirklich, durch unsere Anwesenheit in unserem physischen Leib und Ätherleib, diese in einen solchen Zustand, wie die Verhältnisse des Kosmos die Erde versetzen, wenn Winter ist. Wir breiten den Winter über unsere eigene physische und ätherische Wesenheit aus, indem wir in sie einziehen. Sie sehen daraus zugleich, wie dasjenige, was man von physischen Gesichtspunkten aus oftmals als Vergleich gebraucht, für das geistige Anschauen nicht stimmt. Gewiß, aus dem Gefühl heraus hat schon der Mensch das Bewußtsein, daß er mit dem ganzen Kosmos zusammenhängt und daß gewissermaßen dasjenige, was er erlebt, ein mikrokosmisches Abbild des Makrokosmos ist. Aber es liegt dem Menschen dann nahe, wenn er wirklich etwas in seinem mikrokosmischen Leben mit dem makrokosmischen Leben vergleichen will, zu sagen: Das Aufwachen ist wie das Hereinkommen des Frühlings in unser Leben, und das Wachleben ist wie der Sommer. Und der Herbst ist wie das abendliche Müdewerden, das Schlafesleben ist wie der Winter. - Gerade das Umgekehrte ist Wirklichkeit. Das Sommerleben ist das Schlafesleben und das Winterleben ist das Wachleben. Das ist die Wahrheit der Sache.
Cite:
GA 159/1915-05-07/p007 · edition original