{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-05-07/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir müssen uns klar darüber sein, daß wir - trotzdem wir als Mensch der gegenwärtigen Inkarnation, auch wenn wir Geisteswissenschafter sind, unser Volkstum so lieben können, wie nur irgend jemand sein Volkstum zu lieben vermag — mit diesem Fühlen dasjenige in Einklang bringen, was uns mit der ganzen Menschheit zusammenführt. Und gerade Geisteswissenschaft ist ja die Erhebung zu diesem Zusammengeführtwerden mit der ganzen Menschheit, weil sie uns eröffnet, daß wir mit der ganzen Menschheit zusammenhängen in unserem Ich und Astralleib. Harmonie zu bewirken zwischen Gegensätzen, das ist dasjenige, was Geisteswissenschaft immer mehr und mehr von demjenigen fordert, der sich mit Ernst und Würde in sie hineinbegibt. Und von Unheil ist es, wenn man wahre Geisteswissenschaft verwechselt mit jenem unklaren mystischen Getriebe, das immer da die Bedürfnisse des äußeren, physischen Lebens verquicken möchte mit demjenigen, wozu wir uns erheben müssen, indem wir in die geistige Welt eintauchen. Denn unklare Mystik, die überall in das alltägliche Leben dasjenige hereinbringen möchte, was die Geisteswissenschaft erst im rechten Lichte zeigt, jene unklare Mystik wird zum Beispiel niemals die Liebe zum eigenen Volkstum in Einklang bringen können mit der Liebe zur ganzen Menschheit, wird zu einem verschwommenen mystischen Kosmopolitismus führen. Den kann man ebenso, wie ich das schon getan habe, vergleichen mit dem, was unklare 'Theosophen immerzu von der Gleichheit und von dem Gleichgelten aller Religionen der Erde sagen. Gewiß, im Abstrakten kann man sagen: Alle Religionen der Erde enthalten die Wahrheit. Aber das ist genau dasselbe, als ob man sagt: Auf dem Tisch steht Pfeffer, Salz und Paprika und allerlei anderes, und das alles sind Speisezutaten. Zucker, Pfeffer, Salz und Paprika — das ist alles gleich; also gebe ich einmal in den Kaffee Paprika und Zucker in die Suppe, weil ja alles Speisezusätze sind. Genau auf demselben Punkt der Logik stehen die, welche in unklarer Mystik nur von dem Einheitskern aller Religionen faseln, statt sich in die wirkliche Wesenheit jedes einzelnen, was in unserer Erdenentwickelung erscheint, einzulassen. Nicht darauf kommt es an, daß wir nur immer betonen: Alle Völker sind gewissermaßen nur Ausdrücke für das allgemein Menschliche, sondern darauf, daß wir gerade die spezifischen Aufgaben, die den einzelnen Völkern durch ihre Volksseelen gegeben sind, erkennen. Und dazu ist ein Anhaltspunkt gegeben in dem Vortragszyklus, der ja schon lange gedruckt ist, der eine Anzahl von Jahren vor dem Ausbruch des Krieges gehalten worden ist, der nicht unter dem Einfluß des Krieges entstanden ist, dem man daher nicht vorwerfen kann, er sei unter den Eindrücken des Krieges entstanden: «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der nordisch-germanischen Mythologie.»","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode","site_heading":null,"date":"1915-05-07","location":null,"word_count":422,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-05-07/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-05-07/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-05-07/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1915-05-07_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}