Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode
Wie gesagt, an solche Dinge wollen wir dann übermorgen anknüpfen. Jetzt aber will ich bemerken, daß wir zugleich, indem wir aus unserem Zustand des Wachens in den Schlafzustand übertreten und dadurch in die Wesenheiten der höheren Hierarchien aufgenommen werden, im Grunde genommen das abstreifen, was uns mit der einzelnen Inkarnation durch unseren physischen Leib und Ätherleib zusammenbringt. Im Schlafe streifen wir also auch unser nationales Wesen ab. Durch den Schlaf werden wir bloß Menschen, Menschen mit all den Eigentümlichkeiten, die wir durch das haben müssen, was wir uns als Menschen erworben haben. Wenn wir als Geistesforscher dasjenige anschauen, was mit dem Menschen, sowohl im Wach- wie im Schlafzustande geschieht, nehmen wir aber zugleich wahr, daß der Mensch, indem er schläft, mit seinem Ich und Astralleib in der geistigen Welt lebt, ebenso wie auch sein physischer Leib und Ätherleib nun der großen Welt angehören; daß dieses Eigenleben, das gleichsam in unserer Haut verfließt, aufhört, und daß wir unser Selbst zum großen Selbst erweitern. Und nun bedenken Sie, daß wir im Grunde immer im Laufe von vierundzwanzig Stunden durchmachen einen Sommer- und einen Winterzustand. Diesen Sommer- und Winterzustand macht ja auch die Erde durch, aber die Erde macht ihn im Jahreslauf durch. Warum macht die Erde diese Zustände im Jahreslauf durch? Weil die Erde ein Wesen ist wie wir selbst, nur auf einer andern Stufe der Hierarchien. Die ganze Erde, wenn wir sie so physisch betrachten, wie sie um uns ist, ist nur der Leib der Erde; und so wie wir in uns unser Geistig-Seelisches tragen, so hat auch die Erde ihr Geistig-Seelisches. Der Unterschied ist nur der, daß wir im Laufe von vierundzwanzig Stunden wachen und schlafen, und die Erde wacht und schläft im Laufe des Jahres. Sie wacht vorn Herbst bis zum Frühling und schläft während des Sommers. So daß wir eigentlich immer sagen können, wenn wir während des Sommers leben: Wir leben eingebettet in die schlafende Erde. - Und wenn wir während des Winters leben: Wir leben eingebettet in die wachende Erde. — Nicht so ist es, daß die Erde wacht im Sommer und schläft im Winter, wie wir in dem aus dem gewöhnlichen Leben genommenen trivialen Vergleich sagen können. Sondern das ist richtig, daß, wenn der Herbst kommt, die Erde als seelisch-geistiges Wesen aufwacht und in der Mitte des Winters am wachsten ist. Der Erdgeist denkt am allermeisten in der Mitte des Winters und er fängt an, sein Denken allmählich einzustellen beim Herannahen des Frühlings; und er schläft, wenn das äußere Leben sprießt und sproßt; während des Sommers schläft der Erdgeist.
Cite:
GA 159/1915-05-07/p016 · edition original