Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode
Versuchen wir uns einmal klarzumachen, wie er wirklich gewirkt hat. Ich will dazu einzelne Tatsachen anführen. Nehmen wir das, was geschehen ist im 4. Jahrhundert, im Jahre 312, am 28. Oktober, und wodurch die spätere Landkarte Europas vollständig bestimmt worden ist: das war das, daß Konstantin, der ja «der Große» genannt worden ist, der Sohn des Constantius Chlorus, gegen Maxentius, den Herrscher von Rom, gezogen war und den Sieg über ihn erfochten hat, wodurch dann in einer äußerlichen Weise das Christentum in der westlichen Welt auch gesiegt hat. Konstantin hat das Christentum dann zur Staatsreligion erhoben und so weiter. Aber hat er das aus seiner Gescheitheit heraus getan? Ist das, was dazumal geschah, aus der Gescheitheit geschehen? Das können wir nicht sagen. Was ist denn eigentlich geschehen? Als Maxentius, der Beherrscher von Rom, erfahren hatte, daß Konstantin im Anzuge war, frug er zunächst die Sibyllinischen Bücher. Er ging also auf eine traumhafte Art daran, die Welterscheinungen verstehen zu wollen. Und was er aus diesen Büchern herausbekam, das war, daß ihm bedeutet wurde: Die richtige Tat werde der vollbringen, welcher als Beherrscher Roms die Stadt verläßt und die Schlacht außerhalb Roms schlägt. Das war so ziemlich das Ungewöhnlichste, was man hat denken können. Denn Konstantin hatte ein viel kleineres Heer als Maxentius und hätte ohne Zweifel nichts ausrichten können, wenn Maxentius in Rom geblieben wäre. Aber Maxentius ist auf den Rat der Sibyllinischen Bücher aus Rom hinausgezogen. Doch auch im Heere des Konstantin haben nicht die Feldherren gesiegt. Vielmehr hatte Konstantin einen Traum, in dem ihm das Symbolum des Christus erschienen ist. Auf diesen Traum hin ließ er dann seinen Heeren das Kreuz als das Symbolum des Christus vorantragen. Was ihm der Traum offenbarte, davon hat er sein Verhalten abhängig gemacht. Diese Schlacht, durch die damals die Landkarte Europas bestimmt wurde, hat nicht die Gescheitheit der Menschen entschieden, nicht die Feldherren haben sie geschlagen, sondern Träume und Weissagungen. Alles in Europa wäre anders geworden, wenn dazumal die Dinge nach dem Bewußtsein der Menschen vor sich gegangen wären und nicht nach dem, was aus dem Unterbewußten heraufgewirkt hat, was die Menschen eben nicht wußten.
Cite:
GA 159/1915-05-07/p022 · edition original