{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-05-07/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Gehen wir von diesem zu einem andern Beispiel in späterer Zeit über. Da müssen wir uns allerdings desjenigen erinnern, was ich Ihnen auseinandergesetzt habe. Für die Zeit, in welcher der Materialismus heraufgezogen ist, ist es wichtig zu wissen, daß der Mensch, indem er sich in die geistige Welt versenken will, das am besten in der Winterzeit tun muß. Daher kommt für diese Zeit überall die Anschauung auf, daß in den bezeichneten Nächten der Wintermitte besonders begabte Naturen begnadet werden mit Inspirationen aus der geistigen Welt. Es gibt überall bei den Völkern Legenden und Sagen, die uns erzählen, wie besonders begabte Naturen, die keine Initiation durchmachen, sondern durch ihre Natur selbst, durch in ihnen wirkende elementare Kräfte begnadet sind, inspiriert zu werden, wie diese inspiriert werden in den Nächten vom Weihnachtsabend ab bis zum Dreikönigstag, in den dreizehn Winternächten. Es gibt eine sehr schöne Legende, die in Norwegen vor nicht langer Zeit gefunden worden ist, die Legende von Olaf Åsteson, der mit dem Weihnachtsabend an die Kirche herangeht und zu schlafen beginnt. Er schläft bis zum 6. Januar; und als er aufwacht, weiß er in Imaginationen von dem zu erzählen, was sich im Seelenland, im Geisterland, wie wir es nennen, zugetragen hat. Er drückt es in Bildern aus, aber er hat es durchlebt in diesen dreizehn Nächten. Und solche Legenden finden sich überall. Sie sind eben nicht das, was man heute Legenden nennt. Es hat in der Tat immer begnadete Menschen gegeben, die gewissermaßen eine Naturinitiation durchgemacht haben durch in ihnen wirkende elementare Kräfte, die der Mensch, wenn er getreulich die Vorschriften des Initiationsweges befolgt, durch seinen Willen durchmachen kann. So daß wir sagen können: In der Zeit des Materialismus konnte es immer Menschen geben, welche dann, wenn der Geist der Erde am wachsten ist, in der Mitte des Winters, sich vereinigen konnten mit dem Geist der Erde und Inspirationen empfangen. Das war auch die Zeit, wo nicht durch das Bewußtsein hereinwirken konnte der Christus-Impuls, der sich mit der Erde verbunden hat. Denken wir uns besonders begnadete Seelen, die empfänglich sind für die geistige Welt. Für sie mußte sich herausstellen, daß sie die Antriebe zu dem, was sie aus der geistigen Welt heraus zu vollbringen haben, gerade bekommen werden in diesen dreizehn Nächten bis zum 6. Januar. Das mußte sich zeigen und zeigte sich auch immer wiederum in kleinen und großen Beispielen, daß es im geschichtlichen Verlauf Menschen gab, welche spirituell so veranlagt waren, daß, wenn der rechte Zeitpunkt für sie eintrat, wo sie in einem Winter jene dreizehn Nächte durchlebten, der geistige Impuls — und in dieser Zeit besonders der Christus-Impuls - in sie hereinkam. Naturinitiationen, Initiationen, die also nicht durch menschliche Bewußtseinsarbeit sich vollzogen, werden sich in der Zeit des Materialismus immer am leichtesten vollzogen haben in diesen dreizehn Nächten. Und wir können erfahren, daß, wo solche Initiationen auftraten, sie sich in diesen dreizehn Nächten vollzogen haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes Die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes Der Sinn der Opfertode","site_heading":null,"date":"1915-05-07","location":null,"word_count":478,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-05-07/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-05-07/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-05-07/p024"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1915-05-07_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}