Geisteswissenschaft als Gesinnung Der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls
Wir stehen in der Gegenwart innerhalb einer Ära von Ereignissen, welche alle Empfindungen der Menschenseele in tiefstem, in bedeutungsvollstem Sinne aufrufen müssen. Wir stehen inmitten von Ereignissen, welche dasjenige, was unserer Geisteswissenschaft immer als ein Rätsel aufgegeben ist - den Tod - viele, viele Male in verhältnismäßig kurzer Zeit über die Erde hinziehen lassen. Wir stehen in einer Zeit, welche Leid und Schmerzen verbreitet über unzählige Seelen, und in einer Zeit, von der wir hoffen wollen, daß sie in ihrem Schoße bedeutungsvolle Kräfte für die Entfaltung der zukünftigen Entwickelung der Menschheit trägt. Wenn so vieles aus Schmerz und Leid geboren werden muß, und wenn uns gerade Geisteswissenschaft lehrt, daß vieles aus Schmerz und Leid geboren werden muß, so werden gerade geisteswissenschaftliche Betrachtungen auch in dieser schicksaltragenden Zeit geeignet sein können, manche Kraft der Zuversicht, manche Kraft der Hoffnung in uns anzuregen. Und so seien denn heute einige Betrachtungen vor Ihren Seelen entwickelt, die zwar nicht direkt, aber doch indirekt mit dem zusammenhängen, was an Empfindungen und Gefühlen in unserer schmerz- und sturmbewegten Zeit in uns hervorgerufen werden kann.
Cite:
GA 159/1915-06-13/p003 · edition original