Geisteswissenschaft als Gesinnung Der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls

GA 159/1915-06-13/p004 ·1915-06-13 · original (original)
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Was wir so vielfältig in unserer Gegenwart sich ereignen sehen und fühlen, es ist, daß Menschen den physischen Plan verlassen in verhältnismäßig frühem Alter ihres physischen Daseins. Gerade das ist ja das Eigentümliche solcher Ereignisse, wie die jetzigen es sind, daß sie jugendliche Leben vom physischen Plan abberufen. Wir wissen, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes geht, seinen physischen Leib den Elementen der Erde zu übergeben hat, daß er, indem er durch die Pforte des Todes tritt, zuerst noch vereint ist mit seinem Ätherleib, seinem Astralleib und seinem Ich. Wir wissen, daß nach verhältnismäßig kurzer Zeit dieser Ätherleib von dem Menschen getrennt wird, und daß dann der Mensch seine weitere Wanderung, die er durchzumachen hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in dem Ich und dem Astralleib durchmacht, vereint mit denjenigen Gliedern seiner geistigen Natur, die er sich erst in der geistigen Welt aneignen kann; daß aber dann für seine weitere Wanderung in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt der Ätherleib sich von der menschlichen Individualität trennt und seinen eigenen Weg durchmacht. Nun muß es uns auffallen, daß bei einem jugendlichen Sterben dieser Ätherleib in einer ganz andern Verfassung sein muß als beim Sterben eines Menschen, der eine normale Altersstufe erlangt hat. Wir wissen, wie die äußere Naturwissenschaft davon spricht, daß Kräfte sich zwar verwandeln können, daß sie aber nicht verlorengehen können. Für die äußere Welt des physischen Daseins erkennt die Naturwissenschaft diese Wahrheit durchaus an, daß Kräfte niemals verlorengehen, sich nur verwandeln. Für die geistige Welt muß Geisteswissenschaft lehren, dieses auch anzuerkennen. Wenn ein Ätherleib sich loslöst von einem Menschen, der im jugendlichen Alter durch die Pforte des Todes gegangen ist, so ist das ein solcher Ätherleib, der noch durch viele Jahrzehnte das Leben dieses Menschen auf dem physischen Plan hätte versorgen können. Ein Ätherleib muß ja so eingerichtet sein, daß er alle diejenigen Lebenskräfte hergeben kann, die der Mensch bis ins höchste Alter in Anspruch nehmen muß. Wenn der Mensch, sagen wir, im fünfundzwanzigsten, sechsundzwanzigsten, dreißigsten Lebensjahr durch die Pforte des Todes geht, geht sein Ätherleib weg von ihm, aber dieser Ätherleib hat noch Kräfte, durch die er vielleicht bis ins sechzigste, siebzigste, achtzigste Jahr hinein das physische Leben des Menschen hätte erhalten können. Diese Kräfte sind im Ätherleib, diese Kräfte gehen nicht verloren. Und es muß uns — gerade in einer solchen Zeit wie die jetzige, wo so viele solcher Ätherleiber den geistigen Welten gewissermaßen anvertraut werden - die Frage beschäftigen: Was geschieht mit den Ätherleibern derjenigen Menschen, die in frühem Jugendalter durch die Pforte des Todes gegangen sind? - Es wird gut sein, wenn wir, um uns recht gründlich eine solche Frage zu beantworten, uns damit bekanntmachen, welchen Weg eigentlich der Ätherleib eines Menschen durchmacht, während der Mensch das Leben zwischen Geburt und Tod durchläuft.

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