{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-06-13/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich möchte, um eine solche Tatsache in das Licht unserer Geisteswissenschaft zu rücken, an eine logische Erwägung erinnern, die ich öfters in unserem Kreise angestellt habe. Ich habe öfters gesagt, wie man Ursache und Wirkung durch äußerliches Denken, durch ungeschultes Denken verwechseln kann, und daß solche Verwechslungen von Ursache und Wirkung wirklich außerordentlich häufig vorkommen. Durch ein Beispiel versuchte ich das zu veranschaulichen, ein Beispiel, das nur ein Vergleich sein soll. Man nehme an, man sehe in der Ferne einen Menschen am Rande eines Baches gehen. Man sieht, wie er hineinfällt in den Bach, man bemüht sich, in die Nähe zu kommen, und man sieht, wie gerade an der Stelle, wo der Mensch ins Wasser fiel, ein Stein liegt. Man versucht, den Menschen herauszuziehen aus dem Bach: er ist tot. Was liegt näher, als zu sagen: Der Mensch ist über den Stein gestolpert und in den Bach gefallen und ist dann ertrunken. Das braucht aber gar nicht so zu sein, sondern hier wird vielleicht die einfache physische Untersuchung uns lehren können, daß in dem Augenblick, wo der Mensch gerade diese Stelle betrat, ohne daß sein Schicksal irgend etwas mit dem Stein oder sonst etwas zu tun hatte, der Herzschlag ihn getroffen hat, und daß er infolgedessen in das Wasser gefallen ist - so daß der Herzschlag die Ursache des Hereinfallens in das Wasser war —, während man, wenn man sich keine Mühe gibt, auf die Sache zu kommen, sagen würde, das Hereinfallen ins Wasser sei die Ursache des Todes. Man würde also gerade das Umgekehrte von dem annehmen, was das Richtige ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft als Gesinnung Der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls","site_heading":null,"date":"1915-06-13","location":null,"word_count":262,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-06-13/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-06-13/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-06-13/p007"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1915-06-13_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}