Geisteswissenschaft als Gesinnung Der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls

GA 159/1915-06-13/p015 ·1915-06-13 · original (original)
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Das hellsichtige Erkennen ist ja das Erkennen, das dadurch zustande kommt, daß der Mensch sein Geistig-Seelisches aus seinem Physisch-Leiblichen herauszieht und daß er dann bewußt und wahrnehmend werden kann außerhalb seines Leibes im Geistig-Seelischen. Und es ist im Grunde in bezug auf alles Äußere kein Unterschied zwischen dem Menschen, der hellsichtig wahrnehmend ist, und dem schlafenden Menschen, der auch sein Geistig-Seelisches aus dem Physisch-Leiblichen herausgezogen hat. Dadurch, daß das hellsichtige Bewußtsein außerhalb des physischen Leibes wahrnehmen kann, kann es sich aber eine Vorstellung davon machen, was mit dem Menschen geschieht, wenn er im schlafenden Zustand ist. Zur Erleichterung nur sei diese schematische Zeichnung gemacht. Nehmen wir an, dieses sei das Physisch-Leibliche und dieses das Geistig-Seelische beim schlafenden Menschen. Beim wachenden Menschen ist natürlich das Geistig-Seelische im Physisch-Leiblichen darinnen; wir stellen uns also einmal den Menschen in seinem schlafenden Zustand vor. Da liegt der physische Leib und der Ätherleib im Bette, sie enthalten nicht den Astralleib und das Ich, wie sie diese im Wachen enthalten. Aber man möchte sagen, dasjenige, was der Astralleib und das Ich im physischen Leibe während des Wachens vollbringen, wird nicht ganz eingestellt im Schlafe. Für all dasjenige, was der Mensch zunächst wahrnehmen kann, ist ja der im Bette liegende Mensch wie entseelt daliegend. Für das hellsichtige Bewußtsein ist dieser physische Mensch und dieser Ätherleib, der im Bette liegt, aber nicht wie entseelt daliegend. Der Hellseher muß etwas ganz anderes sagen von diesem schlafenden physischen und Äthermenschen. Er muß sagen: Während des ganzen Tages ist die Gegend der Erde, auf welcher jetzt die Menschen schlafen, von der Sonne beschienen worden. Jetzt ist Nacht. Ich rede von den normalen Verhältnissen, wenn man in der Nacht schläft und bei Tage wacht, nicht von den heutigen großstädtischen oder größtstädtischen Verhältnissen. Finsternis breitet sich über die Gegend aus, über welche bei Tag die Sonne geschienen hat. Merkwürdig, da merkt man: die Erde als Wesen beginnt zu denken und die Organe, durch welche die Erde denkt, das sind diese schlafenden Menschenleiber.

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