{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-06-13/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber nun bedenken Sie einmal, die Sie ja zum größten Teil wohl alle von einem herzlichen Enthusiasmus für die Geisteswissenschaft getragen sein werden, bedenken Sie, welche Schwierigkeiten obwalten mit Bezug auf die Ausbreitung der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten in der Gegenwart. Bedenken Sie, wie die Menschen draußen in der Welt diesen geisteswissenschaftlichen Wahrheiten widerstreben. Bedenken Sie, wie diese Wahrheiten verlästert werden, wie die Menschen sie als wahnsinnig, als verdreht, als verrückt, als Phantasterei ansehen. Es könnten ja wirklich eindringliche Beispiele gesagt werden, aber alle Beispiele würden doch nur ein kleiner Teil dessen sein, was im Grunde jeder empfinden kann, wenn er für Geisteswissenschaft begeistert ist und sich der Welt gegenüber sieht, von der er so gerne hätte, daß sie die Geisteswissenschaft aufnehmen würde — und die sie heute so wenig aufnimmt. Der Geisteswissenschafter selbst darf sich nun das Folgende sagen: Dasjenige, was mit den bloßen Erdenkräften der Menschheit erreicht werden soll, erscheint mit Bezug auf das, was Geisteswissenschaft für eine Aufgabe hat, schwach, recht schwach zu sein. Aber da werden in einer nächstkünftigen Epoche die unverbrauchten Ätherleiber derjenigen sein, die Seele und Leben durch die Pforte des Todes auf den Feldern der Ereignisse in unserer Zeit haben tragen müssen, und die ätherischen Leiber mit ihren unverbrauchten Kräften, sie werden inspirierende Kräfte, helfende Kräfte in der nächstkünftigen Zeit sein können. Und wir brauchen uns nur - jetzt nicht verstandesgemäß theoretisch, aber herzlich gemütvoll — die Gesinnung anzueignen, hinaufzusehen zu den himmlischen Ätherleibern derer, die in frühem Jugendleben durch die Pforte des Todes in unserer schicksaltragenden Zeit gegangen sind, und brauchen gewissermaßen nur in betender Stimmung unsere Seelen hinaufzuwenden zu diesen Ätherleibern, und diejenigen, welche von Geisteswissenschaft begeistert sind, brauchen nur ihre Seelen hinaufzuwenden zu diesen Kräften - und sie werden Hilfe haben von diesen Ätherleibern. So daß, wenn inbrünstiges geistiges Zusammenleben mit diesen Ätherleibern durch echtes Durchdrungensein mit geisteswissenschaftlicher Gesinnung möglich sein wird, unter den mancherlei Früchten, die im Schoße unserer schicksalschweren Zeit sind, auch diese zu finden sein werden, daß in die Seelen der geisteswissenschaftlich begeisterten Menschen der Zukunft dasjenige einströmen wird, was in den Kräften der jugendlich hingeopferten Ätherleiber unserer schicksalbewegten Zeit liegt. Durch die Seelen derer, die im physischen Leibe in der nächsten Zukunft leben, werden strömen können, wenn diese Seelen von der echten Gesinnung durchzogen sind, die Kräfte der also hingeopferten Ätherleiber. Und himmlische Kräfte, das heißt, Kräfte der geistigen Welt werden das sein! Und ganz andere Kräfte werden dann walten können in der Welt, um dasjenige, was in diese Welt kommen muß - geisteswissenschaftliche Gesinnung -, dieser Welt bringen zu können. Und wir müssen nur die Möglichkeit finden, uns zu dem, was jetzt geschieht, im Sinne der eben gegebenen Auseinandersetzung zu bekennen, dann werden diese schicksaltragenden Tage auch für denjenigen, der in der Geisteswissenschaft drinnensteht, eine tiefe, tiefe Bedeutung haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft als Gesinnung Der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls","site_heading":null,"date":"1915-06-13","location":null,"word_count":462,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-06-13/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-06-13/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/159/1915-06-13/p022"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1915-06-13_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}