Geisteswissenschaft als Gesinnung Der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls
Herrlich, haben wir gesagt, sind die imaginativen Gebilde, die im Ätherleibe des Menschen sind. Und doch sind sie anders, als sie wären, wenn sie nicht durch einen Ätherleib des Menschen gegangen wären. Aber auch auf diesem Felde gilt der Satz: Aus nichts wird nichts! — Das ist nicht ein absoluter Satz, aber auf diesem Felde gilt er. Dasjenige was durch eine Menschenseele, wenn sie durch die Geburt in das physische Dasein tritt, als Ätherleib hinzukommt, das versammelt also Kräfte der geistigen Welt, die während des physischen Lebens verbraucht werden. Diese Kräfte sind nicht aus dem Nichts, sie sind da in der geistigen Welt. Gewiß, man kann sie auch in der geistigen Welt finden, aber wenn man sie unmittelbar aus der geistigen Welt finden will, so ist es schwierig. Man muß viel größere Machtmittel aufwenden. Wenn sie aber einmal dutch einen physischen Menschen gegangen sind, der dann früh gestorben ist, und sich einem darstellen gleichsam mit dem, was sie in dem Durchgang durch den Menschen in sich haben, so ist es leichter, ihre Hilfe zu gebrauchen. Alle die Kräfte, die in diesem jungen Ätherleibe des kleinen Theodor Faiß sind, gewiß, sie wären auch sonst in der geistigen Welt, aber es wäre eine geistige Herkulesaufgabe, sie sonst herbeizuziehen. Dadurch, daß sie auf dem Umweg durch den Knaben herbeigekommen sind, ist das Sich-inspirieren-Lassen durch sie wesentlich erleichtert, ist anders geworden. Denken Sie dann, welch ungeheuer große Bedeutung für die ganze Fortentwickelung der Menschheit es hat, daß dieser Menschheit in der nächstkünftigen Zeit eine so große Menge von Ätherleibern mit noch unverbrauchten Kräften gegeben sein wird! Aber durch den Umstand, durch die Tatsache, daß diese, ich möchte immer wieder sagen, himmlischen Kräfte durch Menschen gegangen sind, befreiten sich diese Kräfte gewissermaßen aus den Gesetzen, innerhalb derer sie im Kosmos draußen stehen. Es ist unmöglich, daß im Kosmos diese Kräfte in einem üblen Sinne verwendet werden, die eben unmittelbar aus dem Kosmos geholt werden. Nehmen wir einmal an, alle die Menschen, die jetzt durch die kriegerischen Ereignisse oder durch andere Verhältnisse durch die Pforte des Todes gehen, sie würden, wenn der Krieg nicht gekommen wäre, nicht eine solche Summe von Ätherleibern liefern. Es würden natürlich alle diese Kräfte auch im Kosmos sein; dann würden sie aber von den Menschen nicht verwendet werden können, weil es zu schwierig wäre, sie zu verwenden. Auch deshalb würden sie nicht verwendet werden können, weil sie aufgebraucht würden in den Leben von den Menschen, die ihr normales Alter erreichten. Das ist ganz bedeutungsvoll, daß diese himmlischen Kräfte durch Menschenleiber durchgegangen sind. Dadurch werden sie gewissermaßen frei von dem gewöhnlichen Fortgang der Entwickelung. Und diese Freiheit macht, daß diese Kräfte allerdings auch verwendet werden können in anderer Weise als zum Heile der Menschheit.
Cite:
GA 159/1915-06-13/p023 · edition original