Gemeinsamkeit Über Uns Christus In Uns

GA 159/1915-06-15/p025 ·1915-06-15 · original (original)
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Das ist die Weltcharakteristik von Solowjow. Er sagt - ich zitiere fast wörtlich —: Schaut nur die Welt an mit euren bloßen Sinnen! Versucht nur zu begreifen die Welt mit eurem bloßen Verstande. Da könnt ihr niemals die Übel in der Welt wegleugnen. Und den Tod verstehen zu wollen, wäre absurd! Der Tod ist da. Er zeigt sich. Niemals kann eine Sinnerierkenntnis den Tod erkennen. Daher zeigt die Sinnenerkenntnis eine böse Welt, eine Welt der Übel. Können wir nun glauben - sagt Solowjow -, daß diese Welt göttlich ist, wenn sie uns zeigt, daß sie voller Übel ist? Wenn sie uns den Tod auf Schritt und Tritt zeigt? Nimmermehr können wir glauben, daß diese Welt eine göttliche ist, die uns den Tod zeigt. Denn in Gott können nicht Übel, kann nicht das Böse sein, kann vor allen Dingen nicht das Urübel, das Urböse sein. In Gott kann nicht der Tod sein. Wenn also Gott in die Welt käme - ich wiederhole fast wörtlich, was Solowjow sagt -, wenn Gott in die Welt käme, wenn er in der Welt erschiene, könnten wir ihm so ohne weiteres glauben,.daß er Gott sei? Nein, wir könnten Gott nicht ohne weiteres glauben, daß er Gott sei! Er müßte sich erst legitimieren! Wenn ein Wesen käme und behauptete, es wäre Gott, dann würden wir ihm nicht glauben. Dann müßte es sich erst legitimieren. Es müßte erst etwas aufweisen — so spricht Solowjow — wie ein Weltdokument, etwas, wodurch wir erkennen können: Das ist Gott! Und so etwas können wir in der Welt nicht finden. Gott kann sich durch das, was in der Welt ist, nicht legitimieren, denn das alles, was in der Welt ist, widerspricht dem Göttlichen. Wodurch also kann er sich legitimieren? Dadurch allein kann er sich legitimieren, daß er, wenn er auf die Welt kommt, zeigt, daß er Sieger über den Tod ist, daß der Tod ihm nichts anhaben kann. Wir würden niemals glauben, daß der Christus Gott ist, wenn er sich nicht legitimierte. Und er hat es getan, indem er auferstanden ist, indem er gezeigt hat, daß das Urübel, der Tod, nicht in ihm ist. -— Also da haben wir ein Gottbewußtsein, das sich aufbaut nur auf einer wirklichen, historischen Auferstehung des Christus, die den Gott legitimiert als Gott. Nichts in der Welt als die Auferstehung läßt uns erkennen, daß es einen Gott gibt. Wäre Christus nicht auferstanden — dieser Paulus-Spruch ist es hauptsächlich, den Solowjow immer wieder anführt -, so wäre all unser Glaube eitel. Und eitel wäre alles, was wir sagen können über ein Göttliches in der Welt.

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Cite: GA 159/1915-06-15/p025 · edition original