Zweiter Vortrag
In der zweiten Epoche haben wir es zwar schon mit einem Denken zu tun, aber mit einem Denken, das eigentlich noch kein eigenes Denken der Menschen ist, das durch einen Impuls, der von der geistigen Welt kommt, angeregt ist. Gehen Sie durch die Gedankensysteme all der Philosophen dieser zweiten Epoche, so werden Sie überall finden, wie der christliche Impuls darinnen waltet bis zu Scotus Eriugena herauf. Es ist, man möchte sagen, etwas ausgeflossen von Christus selber, was den ersten Antrieb, Gedanken von innen heraus zu erzeugen, in dem Menschen hervorbringt. Das gibt der patristischen Philosophie, der Philosophie der Kirchenväter, der Philosophie des Augustinus, der Philosophie herauf bis zu Scotus Eriugena das Gepräge, die Physiognomie. So daß wir sagen können: Jetzt haben wir es nicht mehr mit Gedankenwahrnehmung zu tun, sondern mit vom Geiste angeregter Gedankeninspiration.
Cite:
GA 161/1915-01-10/p025 · edition original