Zweiter Vortrag

GA 161/1915-01-10/p045 ·1915-01-10 · original (original)
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Hegel hat das Tiefste gedacht, was gedacht werden kann im Erdenleben, was aber in seiner Konfiguration mit dem Tode abstirbt. Und Hegels Tragik besteht darinnen: er hat nicht bemerkt, daß er den Geist in der Logik, in der Natur, im Seelenleben erfaßt, aber nur denjenigen Geist, der in der Form des Gedankens existiert, der aber nicht mitgeht, wenn wir durch den Tod gehen. Um dieses klar vor die Seele zu stellen, hätte er sich sagen müssen: Wenn ich glauben könnte, daß das, was durch das Denken hindurchgeht, was ich also denke vom abstrakten Sein durch die Logik, durch die Naturgedanken, durch die Seelengedanken und herauf bis zur Philosophie, wenn ich glauben könnte, daß das mich hinter die Kulissen des Daseins führt, dann wäre ich von Mephistopheles verlockt!

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