{"corpus":"steiner","locus":"GA 161/1915-01-10/p052","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie sehen daraus, daß viele, viele Umwandlungsimpulse in bezug auf das geistige Leben in unserer Zeit sich geltend machen. Denn wir haben hier etwas sich weiter entwickeln sehen, was wie ein Mensch ist, nur daß es eine längere Lebensdauer als der einzelne Mensch hat. Der einzelne Mensch lebt auf dem physischen Plane: sieben Jahre entwickelt er den physischen Leib, sieben Jahre den Ätherleib, sieben Jahre den Empfindungsleib und so weiter. Und das Wesen, das sich als Philosophie entwickelt - wir nennen es mit dem abstrakten Namen «Philosophie» -, das lebt im Ätherleibe 700 Jahre, im Empfindungsleibe 700 bis 800 Jahre — die Zeit ist ja nur approximativ -, in der Empfindungsseele 700 bis 800 Jahre, in der Gemüts- oder Verstandesseele 700 bis 800 Jahre und ' wiederum in der Bewußtseinsseele 700 bis 800 Jahre. Ein Wesen entwikkelt sich herauf, von dem wir sagen können: Blicken wir auf die allerersten Anfänge der griechischen Philosophie, dann hat dieses Wesen gerade die Entwickelungsstufe erlangt, die beim Menschen der Geschlechtsreife entspricht: geradeso ist es als Wesen wie der Mensch, wenn er sein 14. bis 16. Jahr erreicht hat. Dann lebt es herauf bis zu der Zeit, wo der Mensch das erlebt, was er vom 14. bis zum 21. Jahre erlebt: das ist die Zeit der griechischen Philosophie, des griechischen Denkens. Dann kommt die Zeit der nächsten sieben Jahre, was der Mensch vom 21. bis 28. Jahre erlebt: der Christus-Impuls geht hinein in die philosophische Entwicklung. Dann kommt die Zeit von Scotus Eriugena bis in die neuere Zeit hinauf: dieses Wesen entwickelt in den nächsten 700 bis 800 Jahren dasjenige, was der Mensch entwickelt im Alter vom 28. bis zum 35. Jahre. Und jetzt leben wir in der Entwickelung dessen, was der Mensch in seiner Bewußtseinsseele erlebt: wir erleben die Bewußtseinsseele der Philosophie, des philosophischen Gedankens. Die Philosophie ist tatsächlich in die Vierzigerjahre gekommen, nur daß sie ein Wesen ist, das eine viel längere Lebensdauer hat. Was bei dem Menschen ein Jahr ist, das ist bei diesem philosophischen Wesen ein Jahrhundert. Da sehen wir durch die Geschichte ein Wesen hindurch walten, für das ein Jahrhundert ein Jahr ist. Man nimmt es nur nicht wahr; dieses Wesen entwickelt sich eben mit Sonnengesetzlichkeit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-01-10","location":null,"word_count":366,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/161/1915-01-10/p052","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/161/1915-01-10/p052"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/161/1915-01-10/p052","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}