Zweiter Vortrag

GA 161/1915-01-10/p059 ·1915-01-10 · original (original)
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Ja, meine lieben Freunde, so etwas erfühlte auch Christian Morgenstern. Und indem er solches fühlte, fühlte in dem Tiefsten seines Seelenwesens, konnte er aufzeichnen — unser Freund Christian Morgenstern — eine schöne Empfindung, die so recht eine anthroposophische Empfindung ist, die zeigt, wie eine Seele sich aussprechen kann, welche im tiefsten Inneren sich eins weiß mit unserer Anthroposophie, nicht bloß als mit etwas, was uns Erkenntnis über dieses oder jenes gibt, sondern als etwas, was uns belebt. Ein wunderbares Beispiel für ein solches Sich-Belebenlassen von der Anthroposophie ist das, was wir in dem schönen Gedicht «Lucifer» unseres Christian Morgenstern finden, in jenem Gedichte, das, ich möchte sagen, in bezug auf die Empfindung so ganz in dem Hauche lebt, von dem man etwas fühlt, wenn man so, wie es heute versucht worden ist anzudeuten, den Übergang findet von der Darstellung der Idee in der Anthroposophie zu dem Ergreifen lebendiger Wesenheiten.

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Cite: GA 161/1915-01-10/p059 · edition original