Dritter Vortrag

GA 161/1915-01-30/p004 ·1915-01-30 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Um auf eine bedeutsame Tatsache hinzuweisen, sei das Beispiel eines ja wirklich über die Zeiten hinleuchtenden Kunstwerkes gewählt, der «Göttlichen Komödie» Dantes. Wer wird, wenn er wirklich die «Göttliche Komödie» auf sich wirken läßt, nicht den spirituellen Zug walten sehen durch dasjenige, was Dante zum Ausdruck gebracht hat! Heute wird man gerne geneigt sein, wenn es sich darum handelt, zu sagen, wie Dante zu den grandiosen Bildern seines Gedichtes gekommen ist, das Wort «Phantasie» zu gebrauchen und sich zufrieden geben damit, daß man sagt: Nun ja, in Dante hat eben die künstlerische Phantasie gewirkt. — Selbstverständlich soll nicht geleugnet werden, daß in Dante die künstlerische Phantasie gewirkt hat. Aber selbst historisch, äußerlich historisch wäre es unrichtig, wenn man glauben wollte, daß Dante, so wie aus dem Nichts heraus, aus der Phantasie sein ganzes grandioses Gedicht geschaffen hätte.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/161/1915-01-30/p004.json
Cite: GA 161/1915-01-30/p004 · edition original