{"corpus":"steiner","locus":"GA 161/1915-01-30/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man könnte dieselbe Sache auch noch anders beschreiben. Nicht wahr, wer würde es nicht absurd finden, wenn man sagen würde: ein ganz berühmter philosophischer Kopf schreibt ein philosophisches Buch, aber er versteht es nicht. Das muß er doch verstehen, nicht wahr? Wenn er ein philosophisches Buch schreibt, wie sollte er das nicht verstehen, was er selber geschrieben hat! Ja, aber es ist buchstäblich wahr, daß er das Buch geschrieben haben kann und doch nichts davon zu verstehen braucht, was er geschrieben hat. Es ist heute gar nicht schwierig, Bücher zu schreiben: sie schreiben sich von selber. Die Dinge, nicht wahr, die man nachsagen gelernt hat, die komponiert man zusammen, aber man braucht deshalb nicht einzudringen in den tieferen Sinn der Sache. Das ist das Gewaltige, das uns bei Brunetto Latini entgegentritt, daß er durch geistiges Erkennen dasjenige kennenlernen will, was die anderen durch äußeres Studium kennenlernen, und daß er erst, nachdem er hindurchgegangen ist durch die geistige Welt, dann wiederum antrifft das, was die anderen zu haben glauben von der physischen Welt her: die Erkenntnis der Philosophie, die Erkenntnis der vier Tugenden und die Erkenntnis des Gottes der Liebe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-01-30","location":null,"word_count":189,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/161/1915-01-30/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/161/1915-01-30/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/161/1915-01-30/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}