Dritter Vortrag

GA 161/1915-01-30/p049 ·1915-01-30 · original (original)
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Mit dem bloßen kleinlichen Verändern und Reformieren des Alten ist für die Zukunft nicht mehr gedient; es handelt sich um eine radikale Erneuerung desjenigen, was man menschliches Geistesleben nennen kann. Denn so verschieden dasjenige ist, was Geisteswissenschaft in unserem Sinne genannt wird, von dem, was heute in den weitesten Kreisen draußen über das geistige Leben gelehrt wird, so verschieden wird die Zukunftskultur von der Kultur der Gegenwart sein. Und wenn heute die Menschen leicht finden, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft treibt, eine Phantastik, vielleicht eine Narretei ist, so bedeutet das nichts Geringeres, als daß die Menschen der Gegenwart alles, was die Geisteskultur der Zukunft beherrschen wird, zugleich eine Phantasterei, eine Narretei nennen.

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