Zwölfter Vortrag

GA 161/1915-05-01/p011 ·1915-05-01 · original (original)
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Selbstverständlich würde Otto Liebmann nie sich herbeilassen, in der Geisteswissenschaft etwas Vernünftiges zu sehen. Man könnte die Frage aufwerfen: Warum tut er denn das nicht? Warum würde er oder jemand, der so denkt wie er, nicht herangehen und sich einmal diese Geisteswissenschaft ansehen, um zu dem Urteil zu kommen: Ja, diese Geisteswissenschaft will ja im Grunde genommen gar nichts anderes, als in Wirklichkeit konstatieren, daß dieses unsichtbare Gespenst im Hühnerei wirklich darinnen ist! - Auf den Namen kommt es ja nicht an; es würde eben bei uns Ätherleib genannt werden, der wiederum von dem astralischen Leib durchsetzt ist. Der Geisteswissenschafter beschreibt eben, was da drinnen ist als unsichtbares Gespenst; der Geisteswissenschafter sagt also nichts anderes, als was die anderen sagen. Dennoch wird man sich nicht zur Geisteswissenschaft so leicht wenden. Man wird sie eine "Narretei, eine Phantasterei schelten, trotzdem sie von der Wissenschaft und von der Gedankenarbeit der Gegenwart energisch gefordert wird.

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