{"corpus":"steiner","locus":"GA 161/1915-05-01/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wie weit ist es nun von der Behauptung, daß im Hühnerei ein unsichtbares Gespenst steckt, zu der anderen, daß im menschlichen physischen Leib - die Anatomie und Physiologie untersuchen nur das Physische - auch etwas Unsichtbares darinnen steckt? Und wenn man sich hinweghelfen würde über die Anwendung der Präposition «im» darauf kommt es dem Philosophen ja an -, dann wäre man schon daran, auf etwas hinzuweisen, wovon die Geisteswissenschaft sagt, daß es in dem Ätherleibe, dem Astralleibe und dem Ich besteht. Die Geisteswissenschaft tut also nichts, wovon sich nicht streng nachweisen läßt, daß es wirklich gefordert wird von dem ganzen Gedanken- und Kulturprozesse der Gegenwart. Nur muß selbstverständlich die Geisteswissenschaft etwas weitergehen, denn bei der Ahnung kann es nicht bleiben: im Hühnerei steckt ein unsichtbares Gespenst -, insbesondere, wenn man damit zum Menschen übergeht. Da muß es klar sein, daß dasjenige, was unsichtbar im Menschen darinnen steckt, gewisse Eigenschaften, gewisse innere Wirklichkeitsfaktoren hat. Während man sich beim Hühnerei, ich möchte fast sagen, gespenstisch vorstellen kann: da steckt ein unbekanntes Gespenst darinnen -, muß man, wenn man zum Menschen vorschreitet, sich klar sein, daß der Mensch, wenn er im physischen Leibe wohnt, Bewußtsein entwickelt, dadurch Bewufßtsein entwickelt, daß der physische Leib ein so komplizierter Apparat ist. Dadurch ahnt man, daß das, was man hier unsichtbares Gespenst genannt hat, doch gelten muß als etwas, was dem Sichtbaren zugrunde liegt. Wenn nun das Äußere schon Bewußtsein hat, so muß man doch als selbstverständlich annehmen, daß auch das Innere Bewußtsein hat, daß man es nicht «bewußtlos» glauben kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zwölfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-05-01","location":null,"word_count":254,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/161/1915-05-01/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/161/1915-05-01/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/161/1915-05-01/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}