Dritter Vortrag

GA 162/1915-05-29/p004 ·1915-05-29 · original (original)
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Nun wird uns über die Schwierigkeit, welche Geisteswissenschaft hat, um sich nicht nur in das Gedächtnis, sondern in das ganze Kulturleben der Gegenwart einzuprägen, eine Aufklärung zuteil werden, wenn wir uns bekannt machen mit den Eigentümlichkeiten der geisteswissenschaftlichen Forschung, mit der Art und Weise, wie die Ergebnisse der geisteswissenschaftlichen Forschung zu uns Menschen stehen. Sie stehen nämlich anders zu uns als andere Erkenntnisse, die wir uns erwerben im Leben. Wir erwerben uns Erkenntnisse durch unsere Erfahrungen, durch unsere Erlebnisse; denn auch wenn wir uns wissenschaftliche Erkenntnisse erwerben, so ist es entweder durch direktes oder durch indirektes Erlebnis. Wo wir uns auch Erkenntnisse erwerben, wir erwerben sie zunächst durch das Erlebnis und dann speichern wir sie im Gedächtnis, in der Erinnerung auf. Wir behalten sie, diese Lebensergebnisse.

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