Dritter Vortrag
Das ist etwas, was uns erklären kann, wie der Unterschied ist zwischen dem, was wir auf dem physischen Plan erwerben und was Erinnerung werden kann, und dem, was wir auf dem geistigen Plan erleben, und was nicht unmittelbar Erinnerung werden kann. Wenn wir Erlebnisse auf dem physischen Plan haben, dann bildet sich etwas wie ein Homunkulus in unserem Ätherleib und ein Abdruck davon prägt sich in den physischen Leib. Der bleibt, wie die Puppe bei dem Kinde. Sie können ihn aufbewahren und in sich immer wieder finden. Das deutet Ihnen dann auf das Erlebnis der Vergangenheit hin. Das Erlebnis, das Sie in der geistigen Welt haben, geht vorüber. Aber Sie mußten etwas tun, um es herbeizuführen. Sie mußten durch die Regeln, die Sie auf die Seele anwenden im Sinne von «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» die Seele in einen solchen Zustand versetzen, daß das okkulte Erlebnis eintreten konnte. Diesen Zustand in sich selbst können Sie immer wieder hervorrufen, so daß Sie immer wieder das Erlebnis haben können, aber aufbewahren wie ein Gedächtnisbild können Sie es nicht. Für den physischen Plan werden die Erlebnisse Erinnerungen dadurch, daß man Nachbilder bewahrt, gedächtnismäßig. Das Wiedereintreten, die Wiedererinnerung - wenn wir jetzt im übertragenen Sinne das Wort «Erinnerung» gebrauchen - okkulter Erlebnisse kann nur dadurch eintreten, daß wir dieselben Bedingungen herstellen, durch die wir das Ereignis das erste Mal erlebt haben.
Cite:
GA 162/1915-05-29/p020 · edition original