Dritter Vortrag
Das ist das Merkwürdige an diesen Dingen, daß ein gutes Gedächtnis für das Behalten okkulter Erlebnisse unmittelbar nichts nützt, sondern daß im Gegenteil etwas, was uns im gewöhnlichen Leben unterstützt bei einer bewußten Entwickelung eines guten Gedächtnisses, uns im Okkulten hinderlich sein kann. Gewisse Menschen bringen sich ein gutes Gedächtnis von vornherein gleich durch die Geburt mit auf die Welt. Nun leben sie und haben ein gutes Gedächtnis. Andere haben ein weniger gutes Gedächtnis. Das beruht auf ganz gewissen karmischen Voraussetzungen: Ein gutes Gedächtnis hat derjenige, der so aus seinen früheren Inkarnationen in die Welt kommt, daß er möglichst spät mit seinem Geistig-Seelischen den ganzen Körper durchdringt, daß bei ihm gewisse Teile des physischen Leibes möglichst lange von dem Geistig-Seelischen unbearbeitet bleiben. Da ist es möglich, daß, ohne daß wir etwas dazu tun, diese Eindrücke, diese Homunkuli, die ich geschildert habe, gemacht werden.
Cite:
GA 162/1915-05-29/p023 · edition original