{"corpus":"steiner","locus":"GA 162/1915-05-29/p052","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Heute will ich noch auf etwas anderes aufmerksam machen. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Verhältnis von Tag und Nacht, dem Verhältnis von Sonne und Erde und dem Verhältnis von Schlafen und Wachen beim Menschen: Sie können sich keineswegs vorstellen, daß bei der Sonne dasselbe eintreten kann, was eintreten kann beim Menschen. Der Mensch, ich will sagen, nimmt eine gute Mahlzeit zu sich und schläft zur ungeeigneten Zeit, oder er schläft aus einem anderen Grunde zur ungeeigneten Zeit. Das tut die Sonne nicht. Denn, denken Sie, was das wäre, wenn der Sonne plötzlich einfiele, daß sie zu einer bestimmten Zeit nicht über dem Horizont stehen würde und alles das eintreten würde ganz plötzlich, was den Tag zur Nacht macht. - Sie können sich unmöglich vorstellen, daß im Weltall die Konstellation eintritt, die dem analog wäre, daß der Mensch schläft, wann er will, willkürlich seine Wachens- und Schlafenszeit einrichtet. Wie weit entfernt ist die Sonne davon! Unmöglich ist es, daß die Sonne sich überißt und mitten am Tage aufhört zu scheinen, so daß Nacht eintritt. So weit das entfernt ist von dem, daß irgend jemand am Tage einschläft - es ist leicht, es braucht nur etwas heiß zu sein, und er meint, daß man bei der Hitze schlafen muß -, so weit ist Naturnotwendigkeit und Naturgesetzmäßigkeit von Freiheit entfernt, so weit ist die Natur vom Geist entfernt. So weit ist aber auch das Verständnis, das die Menschheit heute hat, das die heutige Zeit hat, entfernt von dem Verständnis, das sie wird durch Geisteswissenschaft sich aneignen müssen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-05-29","location":null,"word_count":256,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/162/1915-05-29/p052","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/162/1915-05-29/p052"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/162/1915-05-29/p052","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}