Neunter Vortrag

GA 162/1915-07-25/p028 ·1915-07-25 · original (original)
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Nun handelt es sich darum, die Folgen von diesen Tatsachen für unser menschliches Leben einzusehen. Fassen wir zunächst einmal _ diese Tatsache, daß Luzifer vom Einschlafen bis zum Aufwachen unser Ich in Anspruch nimmt, ins Auge. Sehen Sie, dies hindert uns, dasjenige, was wir als Wissen während des Tages erfahren, was wir uns ausdenken über die Welt, was wir urteilen, unterscheiden, verbinden in der Welt, auch während der Nacht zu durchleben. Wir würden es wirklich durchleben, wenn wir es durch die Nacht hindurch fortsetzen könnten. Nach der ursprünglichen Absicht der Jahve-Gottheiten war es so, daß wir unser Wissen während des Tages sammeln und es während der Nacht durchleben, durcharbeiten sollten. Wäre diese Absicht realisiert worden, dann würden wir eine ganz andere Wissenschaft haben als die, welche wir so haben. Wir würden eine Wissenschaft haben, die wirklich eine lebendige Wissenschaft wäre, wo jeder Begriff, den wir erfahren, in uns lebendig wäre, wo wir auch wüßten, daß Begriffe, die wir erfahren während des Tages, Schatten sind von Lebewesen, wie ich es öfter beschrieben habe; denn wir würden ja in der Nacht folgendes erfahren. Wir würden sehen: Während des Tages erleben wir, wir machen uns diesen oder jenen Begriff; in der Nacht würden alle Begriffe aufwachen, um zu leben, und wir würden erkennen, daß alles das elementarische Lebewesen wären. Das wüßten wir. Vom Einschlafen bis zum Aufwachen wüßten wir: Das, was wir uns als Wissenschaft erwerben, das ist unmittelbares Leben, welches lebt und webt in der Welt; elementarisches Wirken und Weben und Leben.

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Cite: GA 162/1915-07-25/p028 · edition original