Dreizehnter Vortrag
Es ist selbstverständlich, daß gegenüber solchen Tatsachen der geistigen Welt gefragt werden kann: Wie hütet man sich vor solchen Dingen? - Die Antwort wäre nur dadurch gegeben, daß die betreffende Persönlichkeit verwiesen würde auf ein allmähliches Hinausarbeiten aus den Illusionen des Lebens, in denen sie nur allzu tief darinnen steckt. Man kann alle die Gründe des Sich-selbst-etwasVormachens am allermeisten in sich haben, wenn man glaubt, sich gar nichts vorzumachen, sondern nur auf die Tatsachen zu achten. Also, dieser gute Wille, wirklich an seine Selbstvervollkommnung von diesem Gesichtspunkte aus zu denken, nur der hilft über diese Dinge hinweg. Eines ist vor allen Dingen notwendig, meine lieben Freunde: zu verstehen, wie die Impulse der Geisteswissenschaft wirken, wenn wir nach einer Selbstvervollkommnung streben, wie sehr wir aber geneigt sind, uns viel mehr zuzuschreiben an Selbstlosigkeit, als wozu wir schon befugt sind. Dabei will ich eine goldene Regel angeben.
Cite:
GA 162/1915-08-08/p031 · edition original