Zweiter Vortrag
Nun können wir den Wechsel zwischen Schlafen und Wachen, wie Sie sehen, auf ein anderes zurückführen. Wir können ihn zurückführen darauf, daß wir sagen: der Mensch lebt in aufeinanderfolgenden Zyklen, und zwar so, daß in dem einen Zyklus das Interesse wach ist, die Außenwelt zu beobachten, in dem anderen Zyklus ist das Interesse wach, sein eigenes Inneres zu beobachten. Und dieser Wechsel in der Richtung des Interesses, einmal nach außen, einmal nach innen, das ist der Wechsel, der zum Leben gehört, geradeso wie es zum Leben der Erde gehört, daß die Erde einmal von der Sonne beschienen wird, und dann die Sonne hinuntergeht und sie nicht von der Sonne beschienen wird. Hier ist es rein die Raumkonstellation, die hervorruft, daß die Erde einmal beschienen wird und einmal nicht. Dadurch entstehen die beiden Zyklen Tag und Nacht.
Cite:
GA 163/1915-08-27/p013 · edition original