Sechster Vortrag

GA 163/1915-09-04/p024 ·1915-09-04 · original (original)
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In einer solch äußerlichen Weise steht auch die Welt der Gnomen zu der Welt, zu der sie äußerlich gehören. Ich möchte sagen: Die Welt der Gnomen gehört zwar zu dem, was wir die irdische Welt nennen, zu der Welt des Festen, aber man kann absehen, wenn man die Welt des Festen betrachtet, von der Gnomenwelt, wie man absehen kann bei der Uhr vom Uhrmacher, wenn man die Gesetzmäßigkeit der Uhr betrachtet. Es ist außerordentlich wichtig, daß man einen solchen Vergleich, wie ich ihn öfter gebraucht habe, den Vergleich des Weltenzusammenhanges mit dem Mechanismus einer Uhr, in richtigem Sinne versteht. Wer heute eine Uhr verstehen will, muß sie aus ihrem eigenen Mechanismus heraus verstehen, und es wäre Unsinn, wenn jemand sagen würde: Nun ja, die Zeiger der Uhr gehen weiter, also sitzen darin kleine Dämonen, welche die Zeiger der Uhr leiten. — Solche Dämonen sind nicht darinnen. Wenn aber einer behaupten wollte, weil er die Uhr aus sich selber versteht, so habe die Uhr nichts zu tun mit dem Uhrmacher, der die Uhr einmal fabriziert hat, so würde er natürlich einen Unsinn sagen. Ebensowenig ist es ein Beweis für das Nichtvorhandensein einer geistigen Weltengrundlage, daß man die Welt aus sich selbst begreifen kann, daß der Naturforscher in der Lage ist, Naturgesetze zu finden. Wir finden in der Uhr auch die Gesetze, nach denen sich die Uhr selbständig richtet. Wenn also gesagt wird: Man findet in der Natur die die Natur beherrschenden Gesetze, also braucht man keine Göttlichkeit in der Welt -, so ist das ebenso gedankenlos, als wenn man bei der Uhr sagen würde, man brauche keinen Uhrmacher, weil die Uhr aus sich selber erklärbar ist.

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Cite: GA 163/1915-09-04/p024 · edition original