Sechster Vortrag
Dieses Mitleben der imaginativen Welt, das ist nur eine höhere Stufe dessen, was der Mensch ursprünglich auf dem Monde mitgemacht hat. Nur hat er da eine traumhafte imaginative Welt durchlebt, eine traumhafte Bilderwelt. Auf dem Jupiter wird er eine vollbewußte Bilderwelt durchleben. Zu der lebt man sich hinauf, wenn man so aus dem physischen Leibe sich herauslebt, wie ich es beschrieben habe. Stellen Sie sich das nur recht lebhaft vor: Die Welt der Sinne erlischt; das, was die Augen sehen können, wird nicht mehr gesehen, das, was die Ohren hören können, wird nicht mehr gehört. Das Fühlen hört auch auf. Die Gedanken, die sich auf die äußere Sinneswelt beziehen, die werden so abgelegt, daß man es ausdrücken könnte mit den Worten: Ihr Gnomen, da gebe ich euch meine physischen Gedanken als Genossen; unterhaltet euch mittlerweile mit meinen physischen Gedanken! — Dafür fängt aber ein inneres Leben und Weben an, ein Mitleben in alledem auf der Erde, was so innerlich rieselt und strömt und lebt, wie alles in sich Flüssige der Erde lebt und webt, ein Miterleben mit dem Irdischen, das aber zugleich erinnert an die alten Mondenzeiten. Etwas Merkwürdiges beginnt: Neben dem, was man so wahrnimmt, daß man weiß, man lebt da in einer Welt von elementarischen Wesen, die zu den Pflanzen, die zu dem fließenden Wasser gehören, weiß man noch etwas ganz Besonderes. Etwas sehr Eigentümliches weiß man: Man weiß, man lebt da in einen Rhythmus sich hinein, der mit dem inneren Rhythmus der Erde zu tun hat, der aber zu gleicher Zeit mit dem Rhythmus des Atmens zu tun hat. Man bekommt die Vorstellung: Unser Atem ist als Rhythmus innerlich verwandt mit einem Rhythmus der Erde. Kurz, man merkt etwas davon, daß man zu einem Glied in dem ganzen Erdenorganismus wird. Es wird einem wirklich so, wie wenn man zu dem Erdenorganismus dazugehörte. Man wird ergriffen von dem Erdenorganismus.
Cite:
GA 163/1915-09-04/p032 · edition original