Sechster Vortrag

GA 163/1915-09-04/p035 ·1915-09-04 · original (original)
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Sie werden ja schon gehört haben, wie schwer ein menschliches Gehirn ist: im Durchschnitt etwa 1350 Gramm. Es hat also ein ziemliches Gewicht, dieses menschliche Gehirn, es wiegt fast anderthalb Kilo. Nun sind unter dem Gehirn sehr zarte Organe. Wenn Sie ein Kilo auf diese zarten Organe legen würden, so würden die sogleich zusammengequetscht werden, die könnten das gar nicht ertragen. Fortwährend ist das so, daß Sie ein Gehirn von einem Gewicht in sich tragen, das durch seine Schwere veranlagt ist, die Organe, die darunterliegen, an der Gehirnbasis liegen, zu zerdrücken. Es drückt aber nicht dieses Gewicht von einem Kilogramm, sondern in Wirklichkeit drücken höchstens zwanzig Gramm auf die Gehirnbasis! Woher kommt das? Weil das Gehirn ganz schwimmt im Gehirnwasser. Und tatsächlich, bis auf zwanzig Gramm verliert das Gehirn von seinem Gewicht, weil es im Gehirnwasser schwimmt; nicht von dem Gewicht, das Abwiegegewicht ist, sondern von dem Gewicht, das unmittelbares Druckgewicht ist. Es drückt nur mit zwanzig Gramm auf die Basis. Man stellt sich die Sache ganz richtig vor, wenn man sich vorstellt: Das Gehirn (es wird gezeichnet), und das Gehirn im Gehirnwasser schwimmend, das Gehirnwasser dann durch die Rükkenmarkssäule heruntergehend.

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