Sechster Vortrag

GA 163/1915-09-04/p037 ·1915-09-04 · original (original)
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Goethe, der in diese Dinge eine tiefe Einsicht hatte, wollte es zum Beispiel durchaus nicht gelten lassen, was die grobklotzige Meteorologie über das Sinken und Steigen des Batometerstandes sagt, die bloß auf äußere Luftverdickung und Luftverdünnung, auf Steigen und Sinken des Luftdruckes sieht. Goethe hat unendlich viel Zeit seines Lebens darauf verwendet, die Barometerstände der verschiedenen Gegenden sorgfältig zu notieren, und er hat versucht, zu konstatieren, wie regelmäßig das Steigen und Sinken des Barometerstandes über die ganze Erde hin ist, und wie man das vergleichen kann mit dem, was einer inneren Kraft der Erde, einem Ausatmen und Einatmen der Erde entspricht, womit zusammenhängt selbstverständlich alles Regelmäßige und alles Unregelmäßige der Meteorologie. Man braucht sich - trotzdem Regelmäßigkeit herrscht im Ein- und Ausatmen der Erde - nicht über das Wetterwendische des Barometers zu wundern; denn schließlich bekommt ja der Mensch trotz aller Regelmäßigkeit seines Atmens auch den Schnupfen und andere Zustände, die ein Barometer dafür sind, daß etwas nicht stimmt.

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