Siebenter Vortrag
So müssen wir unterscheiden, ich möchte sagen, das erste Todesfaktum: die Loslösung des Menschen von dem physischen Leib, von dem zweiten kurz darauf folgenden Todesfaktum, der Loslösung von dem ätherischen Leib. Der physische Leib, sagte ich, bindet uns gewissermaßen an all dasjenige, was wir vom physischen Plan haben. Woran bindet uns der ätherische Leib? Dieser ätherische Leib bindet uns an all dasjenige, was wir als Zusammenhang mit dem Kosmos haben, mit dem Außerirdischen, mit dem, was in uns lebt, ohne daß wir sagen können, es sei unmittelbar heraus aus dem physischen Weltenzusammenhang. Wenn der Mensch, sagen wir, von vornherein ein physisch mangelhaftes Ohr hat, so wird er kein Musiker werden können, aber ein physisch mangelhaftes Ohr hat man aus physischer Vererbung. Das ist nur ein radikaler Fall, an dem man sehen kann, wie wir hineingestellt sind in den fortlaufenden Vererbungsprozeß. Aber man muß von dem, wozu uns unser physischer Leib bereit macht, übergehen zu dem, wozu uns unser Ätherleib bereit macht. Das tritt mehr zutage in den eigentlichen seelischen Veranlagungen. Nur der Stumpfsinnige kann unberücksichtigt lassen, daß die Menschen in seelischer Beziehung ganz verschieden veranlagt sind. Den stumpfsinnigen Materialisten werden manchmal intime Verschiedenheiten der Menschen in seelischer Beziehung nicht besonders interessieren, er will nur die äußere Formenwelt untersuchen; aber jedem wirklich auf das Leben Aufmerksamen fällt hinlänglich auf, wie kein Mensch in bezug auf seine Individualität dem anderen Menschen gleicht.
Cite:
GA 163/1915-09-05/p007 · edition original