Siebenter Vortrag
Nehmen Sie das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Verschiedenes kennen Sie, namentlich aus dem Zyklus, der gedruckt vorliegt «Das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt». Aus diesem können Sie entnehmen, daß in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt die verschiedenen Tatsachen zusammenkommen müssen, die den Menschen zu einer neuen Geburt, zu einer neuen Einkörperung in einen physischen Leib vorbereiten. Aber es muß in der geistigen Welt eine Möglichkeit da sein, daß auch dem Menschen dasjenige wird, was notwendig ist, daß seine individuellen Anlagen zur Ausbildung kommen. Man kann sich denken, daß wir durch ein Erdenleben gegangen sind, in diesem Erdenleben uns Bedingungen geschaffen haben für ein folgendes Erdenleben in einer gewissen Weise, daß wir aber zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht die Möglichkeit finden, das, was wir da in uns verpflanzt haben als Anlage für ein künftiges Erdenleben, wirklich zur Entfaltung zu bringen. Ein Pflanzenkeim kann gut veranlagt sein; wenn er nicht in ein ihm günstiges Erdreich gesetzt werden kann, ist es ihm unmöglich, sich zu entfalten. In unserer Individualität kann noch so viel drinnen sein: wenn wir nicht imstande sind, in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt Tatsachen zu finden, welche so auf uns wirken wie der Nährboden auf den Pflanzenkeim, dann können die in uns gesetzten Lebensbedingungen für eine künftige Inkarnation eben nicht ausgebildet werden.
Cite:
GA 163/1915-09-05/p009 · edition original