Fünfter Vortrag

GA 164/1915-10-04/p063 ·1915-10-04 · original (original)
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> Wiederverkörperung und Karma > Die Lehre von der Wiederverkörperung und dem Karma bietet uns dagegen die Möglichkeit, die sichtbare Ungerechtigkeit eines Lebensschicksals dadurch aufzulösen, daß es in früheren Lebensläufen selbst verschuldet war, und daß die Möglichkeit vorliegt, es für die folgenden Wiederverkörperungen zu verbessern. > Ein solcher Glaube, wenn er zu innerer Gewißheit geworden, gibt die Kraft, ohne innere Empörung sein Schicksal, auch das härteste, zu tragen und spornt dazu an, es für die Zukunft zu verbessern, indem man der Stimme folgt, die wir «Gewissen» nennen. > Das in unserem Bewußtsein vorhandene Verantwortlichkeitsgefühl wird gekräftigt, und die Gefahr, daß die Menschheit in Sinnestaumel und Selbstsucht die kurze Spanne des zeitlichen Lebens auszunutzen sucht, wäre beseitigt. Die Lehre von der Wiedergeburt und dem Karma macht den Menschen frei, denn sie stellt ihn auf sich selbst. > Gewiß bleibt das große Rätsel von dem «Wozu» des Ganzen ungelöst, aber Zweck und Aufgabe des einzelnen Lebens sind klar und bestimmt.

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Cite: GA 164/1915-10-04/p063 · edition original