{"corpus":"steiner","locus":"GA 165/1915-12-26/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber nur langsam und allmählich kam das so. Gewiß, in vielen Dörfern Mitteleuropas war im 19. Jahrhundert solche Stimmung, war die Stimmung, daß man zu Weihnachten mit diesen Spielen etwas Heiliges entgegennahm. Aber man kann nur noch vielleicht ins 18. Jahrhundert zurückgehen und noch ein bißchen weiter, und diese Stimmung wird immer unheiliger — unheiliger. Diese Stimmung war nicht etwa von Anfang an da, da diese Spiele in das Dorf kamen, durchaus nicht von Anfang an da, sondern sie stellte sich erst im Laufe der Zeit heraus und ein. Es gab schon Zeiten, man braucht nicht einmal gar so weit zurückzugehen, da konnte man noch anderes finden. Da konnte man finden, wie sich das Dorf, da oder dort in Mitteleuropa, versammelte, und wie hereingebracht wurde eine Wiege, in der das Kind lag, in der ein Kindchen lag, keine Krippe, eine Wiege, in der das Kind lag, und dazu allerdings das schönste Mädchen des Dorfes — schön mußte Maria sein! -, aber ein häßlicher Joseph, ein urhäßlich aussehender Joseph! Dann wurde eine ähnliche Szene aufgeführt, wie Sie sie heute auch haben sehen können. Aber vor allen Dingen: da verkündet wurde, daß der Christus kommt, kam die ganze Gemeinde vor, und ein jeder trat auf die Wiege. Vor allen Dingen wollte ein jeder auf die Wiege etwas getreten und das Christkind auch geschaukelt haben, darum handelte es sich allen, und sie machten einen ungeheuren Krakeel, der ausdrücken sollte, daß der Christ in die Welt gekommen ist. Und in manche solche älteren Spiele ist eine fürchterliche Verspottung des Joseph eingestreut, der immer als ein tättelicher Greis in diesen Zeiten dargestellt worden ist, den man auslachte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-12-26","location":null,"word_count":272,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/165/1915-12-26/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/165/1915-12-26/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/165/1915-12-26/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 274/1915-12-26","ga":"274","lecture":"1915-12-26","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}