Neujahrsbetrachtungen I
Welcher Art ist nun das mineralische Bewußtsein der Erde, das wir heute, wie gesagt, in seinem Unterschiede nicht so betrachten wollen wie das Pflanzenbewußtsein, das wir als wachend in der Winterzeit, als schlafend in der Sommerzeit auffassen wollen, welches ist nun das Eigentümliche des mineralischen Bewußtseins, des Bewußtseins des großen Erdenwesens? Der Mensch, der nur auf seine physischen Sinne beschränkt ist und beschränkt ist auf den Verstand, den er als zugehörig den physischen Sinnen betrachtet, kann von diesem großen Erdenbewußtsein zunächst nichts wissen. Aber Geisteswissenschaft kann uns belehren, was eigentlich dieses Erdenbewußtsein denkt, so denkt, wie wir die Minerale, die Pflanzen, Tiere, Luft, Flüsse, Berge und so weiter denken. Wie wir denken mit unserem gewöhnlichen Tagesbewußtsein das, was um uns herum ist, so denkt auch die Erde. Aber was denkt sie mit ihrem Bewußtsein? Fragen wir uns heute einmal: Was denkt die Erde mit ihrem Bewußtsein?
Cite:
GA 165/1915-12-31/p013 · edition original