Zweiter Vortrag

GA 165/1916-01-16/p019 ·1916-01-16 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

> Der Mond ist aufgegangen, > Die goldnen Sternlein prangen > Am Himmel hell und klar; > Der Wald steht schwarz und schweiget, > Und aus den Wiesen steiget > Der weiße Nebel wunderbar. > Wie ist die Welt so stille > Und in der Dämmrung Hülle > So traulich und so hold! > Als eine stille Kammer, > Wo ihr des Tages Jammer > Verschlafen und vergessen sollt. > Seht ihr den Mond dort stehen? — > Er ist nur halb zu sehen, > Und ist doch rund und schön! > So sind wohl manche Sachen, > Die wir getrost belachen, > Weil unsre Augen sie nicht sehn. > Wir stolze Menschenkinder > ind eitel arme Sünder > Und wissen gar nicht viel; > Wir spinnen Luftgespinste > und suchen viele Künste > Und kommen weiter von dem Ziel.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/165/1916-01-16/p019.json
Cite: GA 165/1916-01-16/p019 · edition original