Zweiter Vortrag

GA 165/1916-01-16/p027 ·1916-01-16 · original (original)
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Nun entstand für ihn die große Schwierigkeit, begreiflich zu machen, wie drei eins und eins drei sein könne. Für die alten Zeiten, wo es noch hellseherische Begriffe gab, war es gar keine besondere Schwierigkeit, sich das vorzustellen. Aber für die Zeit, in der durch Begriffe alles auseinanderfällt und nichts mehr recht verbunden werden kann, entstand die Schwierigkeit. Tertullian brauchte einen hübschen Vergleich, um klarzumachen, wie eins drei und drei eins sein kann. Er sagte: Nehmt die Quelle. Aus der Quelle kommt der Bach, aus dem Bach kommt der Fluß. Fragen wir nach dem Flusse, so sagen wir: Er kommt aus der Quelle durch den Bach; aus der Quelle durch den Bach. - Oder nehmet, sagte er, zum Vergleiche die Wurzeln, den Sprossen, die Frucht: die Frucht kommt aus der Wurzel durch den Sprossen. — Noch einen dritten Vergleich brauchte Tertullian, indem er sagte: Das Lichtflämmchen kommt aus der Sonne, durch den Kosmos getragen. So, sagte er, muß man sich vorstellen, daß der Geist aus dem Vater durch den Sohn kommt. Und so wenig diese Dreiheit: Quelle, Bach, Fluß der Einheit widerspricht, die der Fluß der Wirklichkeit nach ist, so wenig widerspricht die Tatsache, daß der Geist aus dem Vater durch den Sohn kommt, dem einheitlichen Sich-Hinentwickeln von Vater, Sohn und Geist.

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Cite: GA 165/1916-01-16/p027 · edition original