Zweiter Vortrag

GA 165/1916-01-16/p028 ·1916-01-16 · original (original)
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So suchte er sich klarzumachen, wie die drei eins sein können: so wie Wurzeln, Sprosse und Frucht, so wie Quelle, Bach und Fluß. Und er versuchte auch eine gewisse Formel zu gewinnen. Dadurch, daß er bei dem Vaterprinzip — also bei dem, was immer dasjenige ist, aus dem durch das Sohnesprinzip das Geistprinzip kommt -, daß er bei dem Vaterprinzip dachte: das Natürliche, das äußerlich Geschaffene, das äußerlich Offenbare; bei dem Sohnesprinzip dasjenige, was das äußerlich Offenbare durchdringt; und bei dem Geistprinzip dasjenige, was dann durch beides zusammen für die Erdenentwickelung gebracht wird, dadurch bildete sich ihm eine Lehre aus, die aber im Grunde genommen nur ein einzelner symptomatischer Ausdruck für das war, was in diesen ersten Jahrhunderten des Christentums sich überhaupt ausbildete bei den Leuten, die auf der einen Seite noch etwas von der Gnosis in sich hatten, zu gleicher Zeit all die Schmerzen und Leiden durchmachten, weil die Gnosis verlorengehen mußte, und die nun zugleich mit dem zurechtzukommen suchten, was der Christus Jesus war, was er sein mußte zu dem Ziele des Mysteriums von Golgatha. Tertullian ist nur ein besonders genialischer, aber er ist eben ein Repräsentant desjenigen, was man in diesen ersten Zeiten des Christentums dachte, um wirklich geistig zu durchdringen, was geschehen war.

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